Geschichte des Ordens



Bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts ließen sich Kreuzfahrer und Pilger aus dem 
Abendland in der Nähe des Eliasbrunnens auf dem Berg Karmel als Einsiedler nieder.
Im Laufe der Zeit entstand dort eine Gemeinschaft von Einsiedlern, die um 1210 vom lateinischen Patriarchen Albert von Jerusalem eine Lebensordnung erbat.
1226 wurde sie durch Papst Honorius III. offiziell als  Ordensregel anerkannt.          
        
         Ruine des ersten Karmelitenklosters
    auf dem Berg Karmel bei Haifa in Palästina.                                              
                                                                                                                                                                             Höhle auf dem Berg Karmel

1238 wurden die Karmeliten durch den Einfall der Sarazenen aus dem Heiligen Land vertrieben und kehrten nach Europa zurück.

1247 wurde die Karmelregel von Papst Innozenz  IV.  den neuen Lebensumständen in Europa angepasst und bestätigt.  Die Karmeliten zählten zu den Bettelorden und mussten sich deren Lebensform angleichen und Verpflichtungen zur Seelsorge und ein ihnen entsprechendes Apostolat übernehmen.  In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erfuhr der Karmel eine beachtliche und unerwartete Ausbreitung in ganz Europa.

Nach der ersten großen Blütezeit des Ordens kam es infolge von Kriegswirren und der Pest-Epidemie um 1350, die ganz Europa in tiefes Elend stürzte, zu einem starken Rückgang des Ordens in personeller, materieller und geistlicher Hinsicht.
Die Karmeliten baten um Erleichterung der Ordensregel, die Papst Eugen  IV.  im Jahr 1432 durch die so genannte  "Milderungspulle"  gewährte.

Der weibliche Zweig des Ordens, die Karmelitinnen, entstand 1452 in Geldern (Holland) auf Initiative des Ordensgenerals, des seligen Johannes Soreth.  Dieser  übergab die Karmelregel einer Gruppe von "Beginen"  (fromme Frauen, die ordensähnlich, aber ohne approbierte Regel und Gelübde, gemeinschaftlich lebten und sich zu Armut, Gebet und Askese verpflichteten).
Die Gründung wurde von Papst Nikolaus  V.  bestätigt und bald entstanden auch in anderen Ländern Karmelitinnenklöster.

In ein solches Kloster, das nach der gemilderten Regel lebte, trat 1535 in Avila (Spanien) Teresa de Ahumada ein. Bewegt durch mystische Gnaden und die geistigen Nöte ihrer Zeit gründete Teresa 1562 ein erstes Kloster nach der ursprünglichen Regel, von dem die Reform des Ordens ihren Ausgang nahm.
    
1567 fand Teresa in Johannes vom Kreuz einen treuen Mitstreiter, der sich zusammen mit ihr für die Reform des  männlichen Karmel einsetzte. Bereits 1568 konnte das erste Karmelitenkloster der Reform gegründet werden.  Bis zu Teresas Tod im Jahr 1582 entstanden 17 Schwestern- und 15 Männerklöster der Reform. Der neu entstandene Zweig des Ordens, der sich vom Stammorden, dem Beschuhten Karmel (Ocarm – Ordo Carmelitarum) trennte, wird seitdem „Unbeschuhter“ bzw. „Teresianischer Karmel“ (OCD - Ordo Carmelitarum Discalceatorum) genannt.

Bereits 1590 gründeten die Karmelitinnen von Malagòn den ersten Teresianischen Karmel außerhalb Spaniens in Genua. Das erste Karmelitinnenkloster in Österreich wurde mit einigen Nonnen aus Genua in Wien im Jahr 1629 gegründet. Weitere Klostergründungen folgten in Graz, Wiener Neustadt, St. Pölten und Linz.
Im Jahr 1782 fielen der Aufhebung kontemplativer Klöster durch Kaiser Josef II. auch alle diese Karmelitinnenklöster zum Opfer.
Die allmähliche Erneuerung des Karmel in Österreich begann am Ende der 20er Jahre des 19. Jahrhunderts. Die Prager Karmelitinnen konnten ihren Konvent 1792 wieder eröffnen. Dieser wurde dann zum Mutterkloster dreier österreichischer Karmelklöster: 1828 entstand der Karmel in Gmunden, 1829 in Graz und 1846 in Wilten bei Innsbruck.

Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an entstand eine Reihe von weiteren neuen Klöstern: Vom Karmel Graz ging die Gründung in Linz 1860 und in  Wien 1879 aus. Eine gemeinsame Gründung von Wien und Graz war 1889 der Karmel Mayerling. Himmelau wurde 1902 von Frankreich aus gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten Wiener Gründungen: 1956 Mariazell und 1960 Rankweil/Vbg.
 

Mariazell ist wiederum das Mutterkloster  des Missionskarmel in Taegu/Südkorea 1962, des Karmel in Bärnbach 1976 und des Karmel in  Maria Jeutendorf bei St. Pölten 1985.

In Österreich gibt es derzeit 11 Karmelitinnenklöster und 4 Klöster der Karmeliten (Wien, Graz, Linz, Innsbruck).

 

                                                                                                 

                                                      
                                                                                                                                                             Herz-Marien-Karmel in Mariazell

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